Der Zusammenhang von Hufbearbeitung und Osteopathie/Physiotherapie ist sehr eng, weil die Hufe die Grundlage für die gesamte Statik und Biomechanik des Pferdes bilden.

 

 1. Hufbearbeitung beeinflusst die Statik

  • Der Hufwinkel (Zehenachse, Trachtenhöhe, Stellung) bestimmt, wie das Gewicht über Gelenke, Sehnen und Muskeln verteilt wird.
  • Schon kleine Abweichungen (z. B. zu lange Zehen, zu flache Trachten) verändern die gesamte Bewegungskette bis hoch in den Rücken.
  • Folge: Muskelverspannungen, Schonhaltungen, Gelenküberlastungen.

 

2. Auswirkungen auf den Bewegungsapparat

  • Physiotherapie arbeitet an Muskeln, Gelenken und Bewegungsabläufen → wenn der Huf schief oder unpassend bearbeitet ist, kehren die Probleme nach der Behandlung immer wieder.
  • Osteopathie löst Verklebungen im faszialen Gewebe, dadurch werden Blockaden in Wirbelsäule, Becken und Gelenken beseitigt → falsche Hufstellung oder Hufbearbeitung kann diese Verklebungen und Blockaden erneut auslösen.
    Das heißt, ohne korrekte Hufbearbeitung sind die Effekte von Physiotherapie und Osteopathie oft nur kurzfristig.

 

 3. Beispielhafte Zusammenhänge

  • Flache Trachten / lange Zehe → Überlastung der Beugesehnen, Zug bis ins Genick, die Schulter, den Rücken, lange Sitzbeinmuskulatur, Kruppe.
  • Hufe ungleich bearbeitet (schief) → Becken kippt, führt zu Blockaden im Kreuz-Darmbein-Gelenk (ISG), einseitige Belastung der Gelenke, deshalb vermehrt die Gefahr zur Arthrosebilldung
  • Untergeschobene Trachten → veränderte Stellung des Fessel- und Karpalgelenks, Überlastung der Sehen besonders der tiefen Beugesehne..
  • Zu enge Hufe / mangelnder Hufmechanismus → weniger Stoßdämpfung, mehr Arthrose-Risiko in Gelenken, außerdem eingeschränkter Nährstofftransport, schlechterer Stoffwechsel, gestörter Lymphfluss, erhöhte Neigung zu Strahlfäule oder Hufgeschwüren

 

4. Ganzheitlicher Ansatz

  • Hufbearbeitung sorgt für die richtige Basis → „das Fundament des Pferdes“.
  • Physiotherapie löst muskuläre Dysbalancen, kräftigt geschwächte Bereiche, stellt Beweglichkeit her.
  • Osteopathie befreit Blockaden in Gelenken und Faszien, verbessert Organ- und Nervensystemfunktion.

 

Erst wenn alle drei Bereiche und das Management des Pferdes zusammenspielen, entsteht langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit.